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 Grammatik 3/8 

 Texte 3/8 

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 Wortschatz 

 

Katharina macht sich Gedanken

von Karin Ernst

 

 

Katharina geht gerne in den Kindergarten.
Dort sind auch Kinder aus fremden Ländern.
Die Namen der Länder hat sie noch nie gehört.
Ihre Freundin heißt Aishe, das ist türkisch.
Aishe ist in Deutschland geboren.
Sie wohnt mit ihrer Familie eine Straße weiter als Katharina.
Oft spielen sie zusammen.

Als Katharina heute aus dem Kindergarten nachhause kommt,
ist sie sehr müde und macht Mittagsschlaf.
Nicht immer schläft sie mittags, schließlich ist sie kein Baby mehr.
Ihr Bruder Markus, der viel kleiner ist,
macht jeden Tag Mittagsschlaf.
Aber Babys müssen das wohl. Wenn er müde ist, quengelt er nämlich.

Nachdem sie ausgeschlafen hat,
weiß sie nicht, was sie tun soll.
Zum Spielen im Kinderzimmer hat sie keine Lust.
Allein macht das keinen Spaß,
und ihre Freundin kann heute nicht kommen,
weil sie zum Kinderturnen muss.
Draußen ist es nass und kalt, da bleibt sie lieber in der Wohnung.
Mama erlaubt, dass sie ein bisschen fern sieht.
Sesamstraße möchte sie ansehen.
Mit der Fernbedienung kennt sie sich aus, weiß auch, auf welchem Sender Sesamstraße kommt.

Die Folge, die gesendet wird, kennt sie aber schon.
Es wird ihr langweilig, sie weiter anzuschauen.
Sie drückt auf verschiedene Knöpfe der Fernbedienung.
Mama und Papa möchten nicht,
dass sie immer hin- und her zappt,
wie Papa das nennt. Sie kann aber nicht widerstehen.

Auf einem Sender wird etwas von Kindern erzählt.
Da hört sie genau zu.
Katharina hört etwas von Krieg, und dass Bomben auf ein Land geworfen werden.
Viele Menschen würden sterben, darunter auch viele Kinder.
In dem Land kommt jetzt auch der Winter.
Viele Menschen müssen sterben, weil sie nichts zum Essen haben.
Auch erfrieren viele, weil ihre Häuser zerstört wurden.
In Zelten und Erdhöhlen leben sie.
Zum Heizen gibt es nur wenig.

Ein wenig schaut Katharina noch weiter,
dann wird sie aber traurig.
Sie findet es schlimm, wenn Menschen sterben müssen.
Ihre Eltern waren schon mal auf einer Beerdigung,
weil ein Nachbar gestorben ist. Der war aber schon ganz alt.

Sie geht zu Mama in die Küche.
"Mama, was ist Krieg",
fragt sie. Mama backt gerade Brot und überlegt.
Das ist eine schwierige Frage. Wie soll sie ihrem Kind diese beantworten?
"Also, du weißt ja, dass du dich manchmal mit deiner Freundin oder Markus zankst.
Ihr streitet auch schon mal recht heftig.
Das ist im Krieg ähnlich. Nur viel schlimmer.
Ein Land mag die Menschen in einem anderen Land nicht.
Sie bekämpfen sich gegenseitig. Das nennt man dann Krieg".

Katharina und Mama unterhalten sich noch eine Weile darüber.
Beide finden es sehr schlimm,
dass es Kriege gibt.
Und dass Menschen schießen und Bomben werfen,
so dass andere sterben müssen.
Noch einmal schaltet Katharina den Fernseher ein.
Dort läuft noch die gleiche Sendung.
Jetzt wird erzählt, dass alle Menschen, die etwas entbehren können,
für die Menschen im Kriegsland spenden können.
Kleidung und Geld für Nahrung wird gebraucht,
damit sie nicht frieren und hungern müssen.
Geld kann bei der Bank abgegeben werden.
Kinder in dem Land haben auch nichts zum Spielen, hört sie.
Dann schaltet sie den Fernseher ab.

Sie geht zu ihren Spielsachen und denkt:
"So viele Sachen habe ich.
Andere Kinder haben gar nichts.
Vielleicht könnte ich ein wenig abgeben.
Ein paar Dinge, mit denen ich nicht mehr spiele".
Schon überlegt sie,
welche das sein können und sortiert diese aus.
Eine ganze Menge Spielsachen kommen zusammen.
Immer noch hat sie selber genug.
Auch bei den Spielsachen von Markus schaut sie nach.
Auch er hat zu viele.
Dabei spielt er gar nicht so gerne mit Spielzeug.
Lieber hat er aus der Küche Töpfe und Kochlöffel.
Da können auch ein paar Teile aussortiert werden, denkt sie.

Mama kommt und schaut, was Katharina macht.
"Warum suchst du die Sachen raus und legst sie auf einen gesonderten Berg",
fragt sie.
"Ich möchte diese Spielsachen für die armen Kinder verschenken.
Die haben nicht ein einziges Teil, und ich habe so viele".
Mama hält das für eine gute Idee.
Gemeinsam sammeln sie die Sachen in einen großen Beutel.
Mama sagt:
"Die bringen wir nachher zu einer Sammelstelle".

Als sie später dorthin gehen wollen,
sagt Mama, Katharina solle die grüne Winterjacke anziehen.
Katharina zieht sie an und merkt,
dass sie viel zu kurze Ärmel hat.
Unter dem Arm kneift sie auch.
"Mama, die Jacke ist viel zu eng geworden.
Kann ich meine neue anziehen"?
"Na gut",
sagt Mama.
Dann suchen sie zusammen noch einen Beutel mit Kleidern zusammen,
die Katharina und Markus nicht mehr passen.
So können sie alles zusammen bei der Sammelstelle abgeben.

Katharina freut sich,
dass sie den fremden Kindern helfen kann.
Mama und sie haben richtig viel zu tragen,
bis alles im Auto verstaut ist.
Als sie losfahren wollen, fällt ihr noch etwas ein.
"Einen Moment bitte, Mama, ich muss noch mal nach oben",
sagt sie und rennt los.
Sie hat drei Puppen. Eine davon liegt meistens in der Ecke,
die mag sie nicht besonders.
Diese Puppe holt sie jetzt und möchte sie auch noch zu der Sammlung tun.
Ein Mädchen in dem fremden Land wird sich sicher darüber freuen.
Ein ganz klein wenig traurig ist sie doch,
als sie Abschied von ihrem Puppenkind nimmt.
Aber Mama hat gesagt,
es ist für einen "guten Zweck".

Im Kindergarten hat sie gehört,
wenn man schenkt, soll man das aus reinem Herzen tun.
Außerdem hat sie noch zwei Puppen.
Das Land, in dem Krieg ist, heißt Afghanistan.
Das hat Katharina im Fernsehen gehört.
Draußen hört sie nämlich den Hund von gegenüber.
Ihr fällt ein, dass der Hund ein Afghane ist.
Ein großer Hund mit langem Fell ist er.
Katharina überlegt, ob er wohl aus dem Land kommt.
Sie findet es gut, dass er hier ist.
Vielleicht wäre er sonst gestorben.

Abends essen alle zusammen Abendbrot.
Papa ist von der Arbeit gekommen,
und Katharina hat von der Fernsehsendung erzählt.
Als sie ihren Teller nicht leer essen möchte, sagt Papa:
"Siehst du, die Kinder in Afghanistan wären froh,
wenn sie den Rest von deinem Teller essen könnten".
Ein wenig schämt sich Katharina, aber sie ist doch satt.

Als sie später im Bett liegt,
kann sie nicht einschlafen.
Immer muss sie an die armen Kinder im fremden Land denken.
Sie überlegt, dass das Essen,
das sie nicht aufessen kann, an die Kinder geschickt werden könnte.
Aber das geht nicht, es würde verderben.
Geld zum Essenkauf kann geschickt werden,
hatte der Mann im Fernsehen gesagt.
Das Geld kann zur Bank gebracht werden.

Bevor sie einschläft, hat Katharina noch eine Idee:
Morgen früh wird sie ihr Sparschwein auf die Gartenbank legen.
Sicher kommt das Geld dann in das Land zu den hungernden Menschen.
Die können sich dann davon Essen kaufen.
In ihrem Nachtgebet bittet sie den lieben Gott, er möge den Krieg beenden.

Papa und Mama möchte sie am nächsten Tag auch noch bitten,
dass sie sich zu Weihnachten nicht so viele Spielsachen wünscht.
Lieber können sie den Kindern in Afghanistan noch etwas schicken.
Auch von den Plätzchen, die sie schon seit Tagen backen.
Im Kindergarten und zuhause.
Auch die Oma backt viele Bleche voll.
Sicher haben die Kinder in Afghanistan gar keine Plätzchen, denkt sie.
Dann schläft sie ein..........

(10. November 2001) © Karin Ernst

 

Lectiile de Germana sunt realizate si predate de prof. Valeriu Untea.

 

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