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 Grammatik 11n/11 

 Texte 14/11 

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Der e-mail CODE

von Lothar Engel

 

Inhalt:

Die deutsche Studentin Elisabeth Burger beginnt ein Volontariat
beim regionalen TV-Sender "TV 24" in Nizza.
Bei einer Reportage entdeckt ihr Kamera-Team
in einer Lagerhalle in Marseille, Bausteine des Computerchips "Pentium VI".
Wenig später entdeckt sie online, ein verirrtes, codiertes e-mail aus den Staaten.
Ein Konsortium in New York entwickelt einen “online-Virus” mit dem Ziel,
die Macher und die Kunden von “dot.TV” zu eliminieren
um selbst den weltweiten Internetmarkt als Marktführer zu beherrschen.
Die Recherchen in den USA und Mexiko werden für Elisabeth Burger
und ihren Partner zu einem lebensgefährichen Wettlauf gegen die Zeit...

Hintergrund und Romanvorlage:

Der “e-mail Code” wird ein zeitgemäßer Thriller über Computer,
Ecommerce, e-mail, Internet, TV und die weltweit wachsende online-Kriminalität.
Der Roman basiert auf den Vermarktungs-Rechten
des Inselstaates “Tavalu” mit der Internetendung .TV.

Realität ist: “Tavalu” hat 1999 für mehrere Millionen Dollar die
Internet-Rechte der Länderkennung an ein amerikanisches Konsortium verkauft.
Somit wurden die Inselbewohner von heute auf morgen
zu den reichsten Menschen (pro Kopf) eines Staates.
Es stand damals in allen Zeitungen.
Zur Zeit wird übrigens weltweit diese Endung als teuerste und beste Internet-Endung gehandelt.
Die online-Plattform heißt www.dot.tv. Hier kann jede Firma einen Namen kaufen,
der die Endung .tv hat.
All das und vieles mehr ist als Basis zur
Buchvorlage “der e-mail Code” gedacht.
 

Kapitel 1

Es war Sommer, 13 Uhr und sehr heiß.
Eigentlich wollte er nicht hier sein.
Der Ort war dreckig.
Staub schwebte in der Luft und machte jeden Atemzug rauh wie Schmirgelpapier.
Neben ihm standen alte Mülleimer.
Man erzählt sich,
daß Einheimische hier nach Brauchbarem wühlen.
Meist finden sie alte Flaschen.
Manchmal auch altes Brot.
Es macht ihnen nichts aus,
wenn das Brot zuvor von Mäusen angefressen worden ist.
Es geht Tag für Tag ums nackte Überleben.
Noch nie in seinem Leben
hatte er sich darüber Gedanken gemacht.
Jetzt glaubte er diese Einheimischen zu verstehen.
Zumindest der Gedanke ums Überleben.

Der Gestank war grauenhaft und manchmal glaubte er,
er müsse sich übergeben.
Vielleicht könne er sich hier noch 20 Minuten verstecken.
Danach müsse er weg.
Er wußte, daß er jetzt keine Fehler machen durfte.
Er hatte es mit Profis zu tun.
Mit eiskalten Mördern.
Es würde ihnen nichts ausmachen,
ihn aufzuschlitzen und ihn in eine dieser Mülltonnen zu werfen.
Vielleicht würden sie ihn auch
mit einem gezielten Schuß erledigen.

Er mußte jetzt seinen Kopf freihalten.
Er durfte sich keine Gedanken über eine Zukunft machen.
Vor ihm lag eine freie Fläche von ca. 200 Metern.
Dahinter türmten sich Müllberge.
Er schätzte, es mußten mehr als 300 Menschen sein,
die in der prallen Mittagshitze den Müll durchwühlten.
Unter ihnen auch viele Kinder.
Rechts standen Baumaschinen. Raupen,
die die Müllberge aufschütteten.
In der Mittagshitze machten die Baufahrer Pause,
denn das Thermometer zeigte täglich über 45 Grad an.

Links war ein Abgrund von 50 Metern.
Dorthin könne er auf keinen Fall.
Und hinter ihm waren sie.
Er konnte sie nicht sehen.
Vielleicht hatten sie ihn schon eingeholt.
Vielleicht auch nicht.

Plötzlich rannte er los.
Zuerst nach rechts, Richtung Baufahrzeuge.
Dann machte er einen Schlenker nach links und gleich wieder nach rechts.
Bis zu den Müllbergen waren es noch 100 Meter.

Er lief in seinem Designeranzug,
dunkelblau, nicht das neuste Model.
Die passende Designer-Krawatte hatte er schon vor 2 Stunden weggeworfen.

Der erste Schuß verfehlte ihn nur knapp.
Die Kugel schlug 5 Zentimeter neben seinem rechten Fuß auf.
Er rannte weiter.
Jetzt noch etwas schneller,
noch mehr Zickzack,
noch mehr Kurven.
Sein Pulsschlag verdoppelte sich fast.
Der Angstschweiß bedeckte sein ganzes Gesicht.
Er hatte Angst,
und diese Angst lähmte seine Muskeln.

Die zweite Kugel traf ihr Ziel.
Wo genau, konnte der Schütze nicht sehen.
Er fiel hin, schlug mit dem Gesicht in den staubigen Boden auf.
Der Schuß musste wohl direkt sein Herz treffen,
denn beide Hände faßten vor dem Fall an die linke Brusthälfte.
Er lag im Staub.
Blut ergoß sich in den Sand,
es lief zähflüssig zwischen seine verkrampften Hände und färbte den Sand rot.
Er rührte sich nicht mehr.
Der Schütze wollte noch einen dritten Schuß abgeben.
Einfach so, um auf ”Nummer sicher” zu gehen.
Doch er konnte nicht,
denn die Menschen auf den Müllbergen sahen wie er fiel und kamen ihm zur Hilfe.

Über das Zielfernrohr beobachtete der Schütze,
daß er sich nicht mehr rührte.
Nach kurzer Zeit war die Menschenmasse um ihn so groß,
daß er ihn nicht mehr sah.
Dann sah er später,
wie zwei Männer ihn an Arme und Beine wegtrugen,
den Kopf leblos hängend.
Blut tropfte mittlerweile durch seine verschwitzten Kleider.

Er mußte tot sein.
Hier in den Slums gab es keinen Arzt,
keine erste Hilfe, keinen Notdienst.
Egal wo sie ihn hinbringen würden,
innerhalb von 30 Minuten würde er so viel Blut verloren haben,
daß die Adern seines toten Körpers trocken waren,
wie der Sand, in den er fiel.

Der Schütze packte sein Infrarot-Gewehr zusammen,
schraubte das Zielfernrohr ab,
legte alles in den Kofferraum seines Mietwagens und fuhr los.
Der Auftrag war gemacht.
Sein Auftraggeber würde jetzt die restlichen 50 Prozent
der Honorarsumme auf sein Konto transferieren.
500.000 Dollar.

Als der Wagen den Müllplatz verließ
sah ein kleiner Junge dem Mietwagen hinterher.
Danach ging der Junge zu der Stelle,
wo der zweite Schuß den Mann niederstreckte.
Neben der großen Blutlache glänzte etwas silbergraues im Staub.
Es war ein Metallkästchen mit Schnupftabak.
Auf der Rückseite waren die Initialen R.B. zu lesen.
Der Junge stecke die Dose ein und verschwand.
Was der Junge nicht ahnte:
In der Dose steckte ein Zettel, versteckt im Schnupftabak.
Die Mitteilung auf dem Zettel sollte mehr sein als die kurze Nachricht:
beo.guest@paxx1.es.

 

Lectiile de Germana sunt realizate si predate de prof. Valeriu Untea.

 

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